Elf, die Zahl der Narren: Wie im Oberwallis die Fasnacht beginnt
- Rafael Heinen
- 12. Nov. 2024
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Am 11. November beginnt im Oberwallis offiziell die Fasnachtssaison – ein Datum mit besonderer Bedeutung und Tradition, das auf die symbolische Kraft der Zahl Elf und alte Fastenrituale zurückgeht.
Historisch gesehen läutete der 11.11 eine Fastenzeit bis Weihnachten ein, vergleichbar mit dem Aschermittwoch vor Ostern. Daher wurde am Tag zuvor ausgelassen gefeiert, bevor der Verzicht begann. Die Elf selbst gilt als „närrische“ Zahl, weil sie zwischen der „göttlichen“ Zehn und der „vollkommenen“ Zwölf steht.
Die Zehn steht für das Dezimalsystem und die göttliche Ordnung, während die Zwölf Vollkommenheit symbolisiert, wie in den zwölf Sternzeichen oder den zwölf Aposteln. Die Elf hingegen wird als Zahl der Übertretung oder der Freiheit gedeutet und steht als „kleinste Schnapszahl“ sinnbildlich für die Narrerei.
Eine weitere Erklärung führt die Elf auf die Werte der Französischen Revolution – Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit – zurück, deren Anfangsbuchstaben ELF ergeben. Diese Ideale passen auch zum Geist des Karnevals und zu den karnevalistischen Bräuchen, in denen die Elf allgegenwärtig ist: Der Elferrat leitet die Sitzungen und Narren beginnen ihre Feiern nicht zur vollen Stunde, sondern genau elf Minuten später.
In Visp hat dieser Tag eine besondere Ausgestaltung. Am Abend ziehen die Guggenmusiken aus Visp und Baltschieder, darunter die Vespianer, die Fleigutätscher und die Balianos, durch das Dorf. Sie spielen an zentralen Orten wie dem Insider Pub, dem Napoleon und auf dem Kaufplatz. Dort schenken die Rittirätscher Bier, warmen Wein, Mördertee und Mineralwasser aus. Die Getränke sind kostenlos, die Besucher spenden stattdessen per Kollekte. So kamen auch dieses Jahr wieder Jung und Alt zusammen, um bei kaltem Wetter am 11.11 die Narrenzeit gebührend zu eröffnen.





























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